Bericht von der Wanderreise in die Waldkarpaten 9. – 21. Juni 2008
Meinhard Dausin von der Telekom-Jumelage und Peter Gooß, Freundeskreis der Partnerstädte Darmstadts, kehrten mit weiteren 4 Abenteuer-Lustigen müde, aber erfüllt von vielen neuen Eindrücken aus den Waldkarpaten zurück. Besonders die Wanderungen durch riesige Buchenwälder zu den Höhen mit wunderbaren Ausblicken über das Uzhtal und die Karpatenhöhen begeisterten die Wanderer.
Uzhhorod, die Partnerstadt mit Bauwerken aus verschiedenen Architektur-Richtungen (Kubismus, Bauhaus, Jugendstil, österreichisch-ungarische Gehöfte und Stadthäuser) und die modernere Nachbarstadt Mukatschewo boten zusätzliche Reize. Uzhhorod mit seinem Museum für ländliche Holzarchitektur und Mukatschewo mit seinem geschichtsträchtigen und eindrucksvollen Schloss Palanok.
Ein Abstecher führte in das ehemalig kaiserliche Jagdschloss Schönborn, jetzt ein renommiertes Sanatorium, das gerne auch von der politischen Spitze der Ukraine besucht wurde und wird. Leider war die „Quelle für ewige Jugend“ trotz einiger Wegweiser nicht für uns Touristen auffindbar. Unterkunft boten für 5 Nächte die kleine Pension „Camelia“ in Uzhhorod – dort gab es jeweils ein landestypisches Frühstück - und für 4 Nächte 2 Privatquartiere im Dorf Saritschewo – Heimat des kleinen Frauenchores Verbetschenka. Er hatte - nach Visa-Problemen im Vorjahr - 2006 in Darmstadt verschiedene Auftritte auf Einladung des Freundeskreises. Die Abstriche wegen der sanitären Einrichtungen wurde zwar diskutiert, aber ohne viel Murren akzeptiert.
Im Uzhtal gab es für die kleine Schar einige Highlights und Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung. Ein Bad unter freiem Himmel zu zweit oder dritt im erhitzten Wasser einer Schwefelquelle in einer gusseisernen Wanne.
Eine Tanzvorführung von Roma-Frauen, die sich schließlich auch die Gäste aus Darmstadt zu einem Walzer holten und der „Danz up de Deel“ in der Scheune des Nachbardorfes Dubrynytschi (Gute Nacht) mit dem Chor Verbetschenka. Leider fiel der Besuch des Roma-Dorfes wegen Regens aus. Die Gruppe spendete aber für jedes der über 90 Roma-Kinder ein Eis. Der Besuch im Lemken-Museum musste wegen der Renovierung des Daches ausfallen.
Nachdem schon die Hinfahrt durch einen kurzer Besuch in Budapest Lust auch auf Städte im ehemaligen Ostblock wecken konnte, brachte die Rückreise noch zwei besondere Höhepunkte. Nach circa 7-stündiger Bahnfahrt über die Karpaten erreichte die Gruppe Lemberg. Die inzwischen wieder wunderschöne und typisch westeuropäische alte Stadt faszinierte alle. Der hervorragende Stadtführer blieb keine Antwort auf die zahlreichen Fragen schuldig und kannte auch ein gemütliches Lokal für den abendlichen Abschied von der Ukraine.
Am nächsten Morgen ging es per Bahn nach Krakau. Auch bei der Ausreise gab es keinerlei Probleme an der Grenze. Eine dreistündige Führung durch die Altstadt, zwei Stunden „Freizeit“ und ein bäuerliches polnisches Essen in einer urigen Gaststätte rundeten das umfangreiche Reise-Programm ab.
Die Heimreise nachts über Wien dauerte dann noch 16 Stunden, die jedoch in Schlafwagen und ICE gut auszuhalten waren.
Einen besonderen Dank richtete die Gruppe an Alissa Smyrna. Sie hatte das Programm in Transkarpatien hervorragend organisiert. Viele gute Wünsche zum Erfolg ihres Bemühens um den Aufbau eines ländlichen Tourismus im Uzhtal erhielt sie zum Abschied. Ein Wiedersehen in Darmstadt ist vorgesehen.
Auch der TV-Journalistin Natalia Guzeeva wurde herzlich gedankt für ihre Begleitung und Dolmetscher-Tätigkeit. Auf den TV-Bericht sind alle neugierig.
Peter Gooß
Ein Kommentar to “Bericht von der Wanderreise in die Waldkarpaten 9. – 21. Juni 2008”
Ein Kommentar hinterlassen
Du musst eingeloggt sein um ein Kommentar zu verfassen.
Juni 26th, 2008 at 08:36
[…] Im Juni 2008 besuchte eine Wandergruppe aus Darmstadt das schöne Uschtal. Peter Gooss hat einen ausführlichen Bericht geschrieben. (Link) […]